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Lissabon – eine Stadt mit ganz besonderer Magie

Lissabon ist eine Stadt, der eine ganz besondere Magie zu eigen ist, die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Ich habe schon viele Städte bereist, doch kaum eine Stadt hat mich so berührt wie Lissabon. Vielleicht liegt es an dieser ganz eigenen Melancholie, einer bittersüßen Lebensfreude, die die Mentalität und Atmosphäre dieser Stadt prägt.

Im Sommer 2016 besuchte ich zwei Freunde, die in Lissabon studierten. Ich wusste nichts von dieser Stadt, hatte aber nach der Lektüre des Romans „Nachtzug nach Lissabon“ von Pascal Mercier das dringende Bedürfnis, in die Atmosphäre dieser besonderen Stadt einzutauchen. Außerdem arbeitete ich gerade an meinem Roman, hatte Geld von meiner Großmutter geerbt und so sehr viel Zeit zur Verfügung. Nach einem wunderbaren Urlaub hatte ich mich in die Stadt verliebt. Spontan beschloss ich, aus zwei Wochen ein Jahr zu machen.

Melancholie und Trägheit, das Hineinleben in den Tag, hatte ich in meinem Urlaub nahezu magisch empfunden. Doch als ich dann beschloss länger zu bleiben, in dieser Stadt nicht nur Urlaub zu machen, sondern tatsächlich zu leben, hatte ich das Gefühl, mich gewaltig geirrt zu haben. Denn den Portugiesen schien nichts wirklich wichtig zu sein. Die Freunde, die ich im Urlaub kennengelernt hatte, waren im Alltag nicht mehr greifbar. Verabredungen wurden vergessen, Telefonnummern verlegt.

Und da fiel mir der erste gravierende Unterschied zwischen Deutschen und Portugiesen auf: Wir haben einen Plan, Ziele, die wir abarbeiten. Das ist in Portugal ganz anders: Man guckt erst mal, nimmt wahr. Und dann wird gehandelt. Und wenn man sich das erstmal bewusst macht, beginnt die Gelassenheit. Ruhe, die ich vorher nur vom Yoga kannte.

Und wenn sie arbeiten, dann richtig. Dann auch mal stundenlang, ohne Pause. Dafür wird gern die Nacht genutzt. Da ich nichts anderes zu tun hatte, als an meinem Buch zu schreiben, konnte mich der trägen Gelassenheit dieser Stadt so richtig hingeben. Es gibt in Lissabon eine deutsche Community, deutsche WGs, deutsche Bars und Restaurants….doch ich wollte das echte Lissabon kennenlernen. Während meine Freunde morgens brav studierten, setzte ich mich in ein Kaffeehaus und schaute. Versuchte, diese rätselhafte Stadt zu begreifen und ihre Atmosphäre in mir aufzunehmen. Schreiben war noch nie so leicht.

 

Lissabon von früh bis spät

1. Der Morgen
Mein liebstes Morgenritual: Im legendären Kaffeehaus „A Brasileira“ (im Künstler-und Literatenviertel Chiado) den Morgen begrüßen. Das „A Brasileira“ ist ein sehr altes, traditionelles Kaffeehaus im Art Deco Stil und als berühmter Literatentreffpunkt bekannt. Hier einen Galao (Milchkaffee) oder einen Bica (Espresso)zu trinken und dazu ein Puddingtörtchen verzehren (Pasteis de Natas: Das ist portugiesische Genießerkultur. Wer es etwas hipper mag, ist im „Copenhagen Coffee Lab“ (in der Nova da Piedade) gut aufgehoben: Namensgeber ist eine kleine dänische Kaffeerösterei, die Einrichtung ist modern und minimalistisch und Freelancer nutzen dieses Café gern zum Arbeiten.

2. Mittag und Nachmittag
Okay, das ist jetzt kein origineller Tipp und wirklich in jedem Touristenführer zu finden, aber ich finde es einfach den besten Weg, die Stadt kennenzulernen. Und etwas Nostalgie-Feeling ist auch etwas Schönes: Mit der Straßenbahnlinie 28 E fahren.

Street-Art-Tour
Ich liebe Street-Art und weiß deshalb, dass Lissabon für Street-Art-Fans aus aller Welt ein regelrechtes „Mekka“ ist. Ich rate deshalb jedem Touristen, der nicht die üblichen Touri-Spots abklappern will zu einer Street-Art-Tour.

Die Viertel Belem und Alfama habe ich besonders ins Herz geschlossen. In Belem, portugiesisch für Betlehem, befinden sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und der Fluss Tejo. Es gibt hier Parks, Denkmäler und Museen.

Alfama ist der älteste Stadtteil von Lissabon, auch hier befinden sich viele Sehenswürdigkeiten. Gleichzeitig ist es aber auch zu einem trendigen und hippen Viertel geworden.

Für einen leichten Lunch ist das Restaurant „Floresta das Escadinhas“ zu empfehlen. Einheimische, frische Spezialitäten zu fairen Preisen.  Danach bietet sich ein Besuch im Hipster-Viertel „LX-Factory“ an. Und danach Relaxen im Park „Jardim de Estrela“

3. Der Abend
Ich liebe die Bar Noobai. Man hat hier einen wunderbaren Ausblick, kann den Sonnenuntergang genießen und sich auf den Abend einstimmen.
Ein echter Geheimtipp: Das Restaurant „Boi Cavalo“. Die Speisen sind sehr kreativ und ungewöhnlich, das Ambiente originell und angenehm.


Viele Clubs in Lissabon sind mir zu schick, das „Lux“ ist wunderbar entspannt und lässig.


Doch das Wichtigste für einen typischen Abend in Lissabon: Fado. Diese Musik ist die Seele der Stadt und am Abend in jeder Bar zu hören. Ein Alternativprogramm zur Clubtour: Schlendert einfach von Bar zu bar und hört euch verschiedene Fado-SängerInnen an. Danach wollt ihr nie wieder weg aus Lissabon, versprochen!

– Gastbeitrag von Rika –

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